Südostasien als Chance und Herausforderung – FM Global Touchpoints

Resilienz als Wettbewerbsvorteil

Naturkatastrophen in Fernost und ihre Auswirkungen auf die Lieferketten deutscher Unternehmen

Der Südostasiatische Staatenbund ASEAN (Association of Southeast Asian Nations)
wird für deutsche Unternehmen ein zunehmend attraktiver
Produktionsstandort. Doch was genau verbirgt sich dahinter?

Die Mitgliedsstaaten sind Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.

Das Ziel des Staatenbundes: ein gemeinsamer Binnenmarkt

Die Wirtschaftsgemeinschaft umfasst über 620 Millionen Menschen (Durchschnittsalter 28 Jahre).

Die südostasiatischen Volkswirtschaften locken ferner mit einer kaufkräftigen Mittelschicht.

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund: Produktion vor Ort schafft
Vertrauen und wird mittlerweile vom Endverbraucher erwartet. Wer
„Gesicht zeigt“, verbessert seine lokalen Absatzchancen.

Vorausgesetzt, es kommt zu keiner Betriebsunterbrechung…

…Denn allein zwischen 2006 und 2016 gab es in der ASEAN-Region
fast 600 mehr oder minder schwere Naturkatastrophen.
Davon waren:

151
Stürme
187
Erdbeben
236
Überschwemmungen
Top 3
Die meisten dieser Katastrophen ereigneten sich in:
238
Indonesien
193
Philippinen
78
Vietnam

Vorausgesetzt, es kommt zu keiner Betriebsunterbrechung…

Das erhöhte Risikopotenzial solcher Naturkatastrophen stellt Unternehmen und ihr Risikomanagement vor enorme Herausforderungen. Doch um wettbewerbsfähig zu bleiben, produzieren und sourcen viele Unternehmen in der ASEAN-Region. Daher gilt es, einen aktiven Fokus auf die Schadenprävention zu richten, um die Unternehmensresilienz zu stärken. Wenn alle Eventualitäten bedacht und Alternativzulieferer Teil des Risikomanagementplans sind, kann das Unternehmen im Schadenfall schneller reagieren, um eine Lieferkettenunterbrechung ganz zu vermeiden oder sie zumindest zeitlich zu begrenzen.

Lieferkettenunterbrechung – Ohne gezieltes Risikomanagement können Naturgewalten in der ASEAN-Region
verheerende Folgen haben, wie das folgende Beispiel eines fiktiven deutschen Automobilzulieferers zeigt:

Dezember 2012: Ein deutscher Automobilzulieferer gehört seit Jahrzehnten zu den internationalen Marktführern seiner Branche. Da ein Teil seiner Kunden vor Jahren den Entschluss fasste, seine Produktion in die ASEAN-Region zu verlagern, entscheidet sich nun auch der deutsche Automobilzulieferer einen Teil seiner Produktion dorthin zu verlegen. In einem vietnamesischen Industriepark sollen zukünftig Bremssysteme produziert werden.

September 2014: Die Produktion in Vietnam läuft gut und auch über die Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern aus den ASEAN-Staaten kann nur Positives berichtet werden. Doch eines Tages warten die Mitarbeiter vergeblich auf die zugesagte Kunststoff-Lieferung aus Indonesien. Ein Erdbeben der Stärke 6,5 hat das Lager des indonesischen Zulieferers zerstört. Wann eine neue Lieferung in Vietnam ankommt, ist ungewiss. Wann der deutsche Automobilzulieferer die Bremsschläuche fertigstellen kann, bleibt ebenfalls offen.

Oktober 2015: Es hat fast ein Jahr gedauert bis der indonesische Zulieferer das Tagesgeschäft wieder aufnehmen konnte. Der deutsche Automobilzulieferer war dadurch gezwungen, einige Aufträge abzusagen – ein Millionenverlust. Ferner war er damit beschäftigt, alternative Zulieferer zu finden. Dies hat nicht nur die Zeit des Managements vor Ort maßgeblich in Anspruch genommen, sondern auch am Heimatstandort in Deutschland erhebliche zeitliche Anstrengungen verursacht.

Doch kaum ist diese Hürde genommen, steht die nächste Herausforderung an: Dieses Mal kommt die schlechte Nachricht von den Philippinen, wo sich ein europäischer Bremsscheibenhersteller niedergelassen hat. Der Taifun Koppu hat mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 210 km/h das Dach der Produktionshalle abgerissen. Durch die umherfliegenden Trümmerteile wurden Produktionsmaschinen zerstört. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ist unklar. Ohne Bremsscheiben kann der deutsche Automobilzulieferer erneut Aufträge in Millionenhöhe nicht erfüllen.

Oktober 2016: Sintflutartige Regenfälle haben in insgesamt zwölf Provinzen für Überschwemmungen gesorgt. Alle Zulieferer könnten zwar problemlos liefern – nur wohin? Und wie? Straßen und auch Teile des Eisenbahnnetzes können nicht genutzt werden. An vielen Stellen erreicht das Hochwasser einen Höchststand von drei Metern. Im Lager des deutschen Automobilzulieferers steht das Wasser „nur“ zwei Meter hoch…

Die Zulieferer sowie das Unternehmen sind versichert. Jedoch genügt eine Versicherung allein in den seltensten Fällen. Folgeschäden, die sich aus einer
Betriebsunterbrechung ergeben, können von einer Versicherung nur in begrenztem Umfang abgedeckt werden.

Einen Schaden erst gar nicht erlitten zu haben oder ihn auf ein Mindestmaß reduzieren zu können, ist für jedes Unternehmen der favorablere Zustand.

Achim Hillgraf,
Hauptbevollmächtigter,
FM Global Deutschland

Um einem Schaden zu entgehen, stellt sich stets folgende Frage:

Ist die Lieferkette resilient genug?

Wir wollen alles dafür tun, dass der Kunde im Business bleibt. Dies geht in erster Linie über die Schaffung einer vernünftigen Transparenz seiner Risiken durch unser weltweites Risk Engineering, über effiziente Investitionen, um potentielle Risiken im Interesse des Kunden gezielt zu mindern und letztendlich über den breitesten Deckungsumfang, der im Markt erhältlich ist.

Oliver Aßmuth,
Senior Business Development Executive,
FM Global Deutschland

Beratung vor der Grundsteinlegung

FM Global teilt seinen Kunden regelmäßig Forschungsergebnisse und Empfehlungen zur Verbesserung des Risikomanagements mit. Nicht nur bei bestehenden Gebäuden, auch bei der Erschließung oder Gründung neuer Standorte unterstützt FM Global mit lokaler und globaler Expertise.

Wer seine Marktposition behalten möchte, kann gezwungen sein, in Ländern zu produzieren, in denen sich regelmäßig Naturkatastrophen ereignen. Diese lassen sich nicht verhindern. Lieferkettenunterbrechungen lassen sich aber durch ein effizientes Risikomanagement minimieren, wenn nicht sogar vermeiden.

Weitere Informationen

Mutual Company:

Erfahren Sie mehr über die Vorteile eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit.

Der FM Global Resilience Index:

Diese Orientierungshilfe für Entscheider vergleicht die Resilienz von Lieferketten in 130 Ländern und Territorien in einem Ranking.

Kontaktieren Sie uns

Achim Hillgraf,
Hauptbevollmächtigter,
FM Global Deutschland

Oliver Aßmuth,
Senior Business Development Executive,
FM Global Deutschland

Falls Sie weitere Informationen zu Schadenregulierung, Risikomanagement und Lieferkettensicherheit haben möchten, melden Sie sich gerne unverbindlich beim Industriesachversicherer
FM Global in Deutschland.

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