3D-Druck in der Stahlbranche: Nicht ganz ohne...

12. Mai 2017

Gussteile, Prothesen, Rapid Prototyping: Der 3D-Druck stellt die Produktionswelt auf den Kopf. Während der 3D-Druck auf Kunststoffbasis längst die Serienreife erreicht hat, steht die komplexere Herstellung von metallischen Produkten noch am Anfang. Nun aber investieren Zulieferer aus der Stahlbranche zunehmend in die Technologie, da sie besonders für die Automobil- und Luftfahrtindustrie große Vorteile bringt.

Neben deutlichen Materialersparnissen von bis zu 90 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsprozessen ermöglicht das 3D-Druckverfahren auch enorme Gewichtsersparnisse und die Möglichkeit, besonders komplexe und individualisierte Komponenten herzustellen. Eine Studie des „Centers for Digital Technology and Management“ in München zeigt, dass jedes gesparte Kilogramm bei dem Bau einer Flugzeugmaschine 45.000 Liter Kerosin oder rund 30.000 Euro im Jahr einspart. Auch für Elektroautos sind solche Gewichtsersparnisse eine große Chance, um die Reichweite der Akkus zu maximieren.

... physische Risiken...

Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten: Neben falscher Bedienung durch Mitarbeiter gibt es viele Risiken, die durch die Anwendung des 3D-Druckers eine gesamte Produktionsstätte in Flammen setzen könnten. Das Metallpulver, das für die additive Fertigung von Metallteilen verwendet wird, ist sehr fein und hoch brennbar. Metallstaub kann unabhängig vom Druckprozess leicht aufgewirbelt werden und in Sekundenschnelle eine Staubexplosion auslösen. Bereits eine ein Millimeter dicke Staubschicht in einem geschlossenen Raum genügt, um gewaltige Schäden anzurichten.

... und nicht-physische Risiken

3D-Drucker sind ein besonders lukratives Ziel für Cyberangriffe. Hacker können in geschützte Systeme eindringen und sie manipulieren, was zu Fehlproduktionen oder Produktionsausfällen führen kann. Je nachdem, wie spät solch ein Vorfall erkannt wird, müssen Unternehmen mit enormen Schäden rechnen.


Autor: Csanad Malina, Business Development Executive bei FM Global

Der 3D-Druck als innovatives Produktionsverfahren birgt somit sowohl physische als auch nicht-physische Risiken. Diese gilt es zu kennen und zu verstehen. Natürlich möchte jedes Unternehmen zukunftsorientiert handeln – und das kann es, mit einem effektiven, vorausschauenden Risikomanagement. Mit einem zuverlässigen Partner an der Seite, der Trends und „neue Risiken“ im Blick hat, können Unternehmen auf Innovationen wie 3D-Druck setzen, da durch Analysen und individuelle Schutzkonzepte für die Betriebsfähigkeit, selbst im Falle eines Schadens, gesorgt wird.

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