Connected Cars – Neue Chancen für die Halbleiterproduktion

28. Februar 2018

Smart Home, Industrie 4.0, Connected Cars – das Internet of Things entwickelt sich mit rasanter Geschwindigkeit und birgt für Verbraucher, aber auch für Produzenten spannende neue Möglichkeiten. Vor allem für die Halbleiterindustrie bringt dies attraktive Wachstumschancen mit sich: 2017 verzeichnete der weltweite Halbleitermarkt ein Umsatzwachstum von rund 20 Prozent.
Besonderes Potenzial birgt die Automobilbranche: Hochspezialisierte Komponenten aus dem Highend-Segment halten derzeit Einzug in den Massenmarkt und kommen zunehmend auch in Fahrzeugen aus dem Einstiegs- und Mittelsegment zum Einsatz. Gerade für Opto-Halbleiter erschließen sich hier stetig neue Einsatzmöglichkeiten: LED, Infrarot- und Laserkomponenten finden sich nicht nur in Scheinwerfern und LED-Anzeigen, sondern zunehmend auch in Fahrassistenzsystemen wie Einparkhilfen, Regensensoren oder der intelligenten Fahrzeugsteuerung.

Produzenten müssen ihre Risiken kennen

Marktschwankungen, Lieferengpässe, politische Unruhen – wie die meisten produzierenden Unternehmen ist die Halbleiterindustrie wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken ausgesetzt.
Naturkatastrophen wie Erdbeben, Waldbrände oder Überschwemmungen können zudem zu Lieferengpässen bis hin zur Zerstörung der Fertigungsstätte führen. Dadurch entstehen regelmäßig Betriebsunterbrechungen, die zum Ertragsausfall führen können – und zwar nicht nur in entfernten Ländern, sondern auch vor unserer Haustür in Europa. Das hat sich im ereignisreichen Jahr 2017 besonders deutlich gezeigt, als Brände, Überschwemmungen und Stürme in vielen Teilen Europas für Produktionsausfälle sorgten. Während in Norddeutschland Sturmfluten die Küsteninfrastruktur schwer beschädigten, wüteten in Südeuropa bis in den Herbst hinein verheerende Waldbrände. Im spanischen Vigo musste deswegen ein Automobilhersteller sein Werk kurzfristig räumen.

Feuer innerhalb der Produktion ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Risikobereich in der Halbleiterindustrie. Im Reinraum kann selbst ein kleines Feuer z.B. durch Rauch- und Rußentwicklung zu schweren materiellen und wirtschaftlichen Schäden und gar zu Produktionsausfall führen. Durch jahrzehntelange, kontinuierliche Forschung und Entwicklung von speziellen Brandbekämpfungsstandards hat FM Global wegweisende Möglichkeiten entwickelt, um gerade die sensiblen Fertigungsumgebungen der Halbleiterindustrie zu schützen.

Wannacry, Petya & Co.: Erhöhte Risiken durch Cyberangriffe

Die Industrie 4.0 bietet für produzierende Unternehmen ganz neue Möglichkeiten zur Prozessautomatisierung und -optimierung und eröffnet eine Vielzahl an neuen Optionen für innovative Geschäftsmodelle. Mit der zunehmenden Digitalisierung von Fertigungsprozessen rückt jedoch ein weiterer Risikobereich in den Fokus, der lange Zeit in der Produktion eher eine Nebenrolle spielte: Industrieanlagen werden durch die Vernetzung anfälliger für Cyberangriffe. Erst im vergangenen Jahr sorgten die zwei Hackerangriffe „Wannacry“ und Petya“ mit Ransomware für verheerende Schäden weltweit, zahlreiche Unternehmen mussten ihre Produktion vorübergehend einstellen. Betroffen waren unter anderem ein schwedischer Stahlkonzern und ein französischer Automobilhersteller, der die Produktion in einigen seiner Werke stoppte, um eine Ausbreitung der Schadsoftware zu unterbinden. Um solche Betriebsunterbrechungen zu vermeiden, müssten Unternehmen dafür sorgen, dass ihre Anlagen bestmöglich geschützt sind.


Autor: Csanad Malina, Business Development Executive bei FM Global

Hochspezialisierte Komponenten wie Opto-Halbleiter werden unter besonderen Produktionsbedingungen hergestellt. Dies erfordert auch besondere Risikolösungen. Entscheider müssen ihr Risikomanagement an die Veränderungen des Marktes anpassen und maßgeschneiderte Lösungen finden. Wir von FM Global kennen die besonderen Herausforderungen, die Halbleiterhersteller zu bewältigen haben, und entwickeln mit ihnen gemeinsam branchenspezifische Lösungen zur Schadenprävention.

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