Eine Traditionsbranche in Aufbruchsstimmung

4. Dezember 2017

Das Schlagwort „Industrie 4.0“ ist derzeit allgegenwärtig. Die Vernetzung von Produktionseinheiten, vollständig automatisierte Abläufe oder die Digitalisierung von Bestell- und Produktionsprozessen sind in neueren Industriezweigen wie Consumer Electronics schon längst der Standard. Doch auch in der deutlich traditionelleren Schwerindustrie hält die Digitalisierung Einzug und ist auf dem besten Weg, die Fertigung zu revolutionieren.

Dass sich die Traditionsbranche Schritt für Schritt öffnet, lässt sich auch auf den steigenden internationalen Wettbewerbsdruck zurückführen; so steht beispielsweise deutscher Stahl in unmittelbarer Konkurrenz zu staatlich subventioniertem Stahl aus China, der deutlich günstiger ist. Doch nicht nur aus Kostengründen werden die Unternehmen der Branche digitaler. Sie haben auch erkannt, dass sich mit dem fortschreitenden digitalen Wandel neue Möglichkeiten für ein schnelleres und vor allem ein nachhaltiges Wachstum ergeben.

Industrie 4.0 – die Chance auf nachhaltigen Wandel

Die Digitalisierung ermöglicht nicht nur eine radikale Individualisierung von einzelnen Produkten, sondern bietet auch neue Möglichkeiten, um Abläufe zu optimieren, Material zu sparen und somit die Kosten zu senken. Erste Veränderungen machen sich bereits in den Produktionsstätten bemerkbar: Während zum Beispiel Stahl- und Eisenwerke noch vor wenigen Jahren hochtraditionelle Anlagen waren, halten heute vernetzte Maschinen und automatisierte Plattformen Einzug. Zwar sind es derzeit noch vor allem digitale Teilprojekte und Insel-Lösungen, die den Wandel einläuten. Erste Unternehmen aus der Schwerindustrie öffnen sich jedoch bereits für die Entwicklung solcher Innovationen in der Zusammenarbeit mit Start-ups oder gründen sogar eigene Think-Tanks.

Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist ein rheinländischer Stahlhändler, der eine hauseigene Einheit zur digitalen Gestaltung von Liefer- und Leistungsketten aufgebaut hat: Das daraus entstandene Start-up hat sich mittlerweile selbst zu einem erfolgreichen Digital-Partner für Kunden der Stahlindustrie entwickelt und bietet ihnen neben maßgeschneiderten Lösungen für Bestell- und Produktionsprozesse auch eine Bedarfsanalyse und Beratung. Auch die Big Player der Branche setzen immer stärker auf interne Innovationsinkubatoren, um an Zukunftsthemen und neuen Technologien zu feilen.


Autor: Csanad Malina, Business Development Executive bei FM Global

Digitalisierung der Produktion birgt auch Risiken

Die Transformation hin zu einem Produktionsunternehmen mit weitreichend (teilweise sogar autonom) vernetzten Prozessen verlangt von den Akteuren ein hohes Maß an Veränderungswillen und Innovationskraft. Gleichzeitig muss den Unternehmen aber auch klar sein, dass die fortschreitende Digitalisierung auch Risiken birgt – von möglichen Cyberattacken mit unerlaubtem Zugriff auf sensible Daten bis hin zu fremdgesteuerten Unterbrechungen der Produktion. Und trotzdem: Die Branche ist nur dann langfristig zukunftsfähig, wenn die digitale Transformation konsequent weiterverfolgt wird. FM Global begleitet seine Kunden bei diesen Transformationsprozessen als starker Partner und unterstützt so auch die Schwerindustrie auf dem Weg in eine digitale Zukunft.

Dieser Artikel wurde auch auf LinkedIn veröffentlicht.

Verwandte Themen

Aus den Augen, aus dem Sinn

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass vor allem die menschliche Psyche signifikanten Einfluss auf den Umgang mit Katastrophen hat. Insbesondere die Neigung zu verdrängen, dass man selbst unmittelbar betroffen sein könnte, verhindert in vielen Fällen eine sinnvolle und mögliche Risikovorsorge.
Mehr erfahren »

NASA-Mission: Wassermassen unter der Lupe

Weltweit einmalig die Untersuchung, völlig ambitioniert die Mission. Unter dem Titel „Surface Water Ocean Topography" (SWOT) plant die amerikanische NASA gemeinsam mit der französischen Raumfahrtagentur im Jahr 2020 einen Satellit mit einem dreijährigen Forschungsauftrag in die Erdumlaufbahn zu schicken.
Mehr erfahren »

Gezielt in Schadenprävention investieren

Investitionen ins Risikomanagement müssen auf zuverlässigen Informationen basieren und in Zeiten knapper Budgets sorgfältig überlegt sein. Nur wer seine Risiken kennt, kann gezielt in Schutzmaßnahmen investieren und Schäden aktiv entgegenwirken. Das Analysetool RiskMark ist dabei hilfreich.
Mehr erfahren »